Europäische Ernteausfälle verschärfen Rohstofflage für die deutsche Obstverarbeitung

Europäische Ernteausfälle verschärfen Rohstofflage für die deutsche Obstverarbeitung

02.10.2026

Die deutsche obstverarbeitende Industrie sieht sich infolge der wetterbedingt schwachen Obsternte in weiten Teilen Europas mit einer zunehmend angespannten Rohstoffversorgung konfrontiert.

Die von unserem europäischen Dachverband PROFEL beschriebenen Ernte- und Qualitätsverluste in zahlreichen europäischen Anbauregionen (s. Anlage) wirken sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit von Verarbeitungsobst und die Kostenstruktur der Branche aus.

Besonders kritisch ist die Situation bei vielen Beerenfrüchten sowie Sauerkirschen. Nach Angaben aus der Branche haben extreme Hitze, Ernteausfälle und ein anhaltender Mangel an Erntehelfern das verfügbare Angebot erheblich reduziert. Im Bio-Bereich hat sich die Lage nochmals deutlich verschärft. Bei einzelnen Rohwaren werden nur sehr begrenzte Mengen für die Verarbeitung angeboten, während die Preise gegenüber den Vorjahren teils erheblich gestiegen sind.

So stehen bei Himbeeren nur geringe Mengen in der für die Konfitürenherstellung benötigten Qualität zur Verfügung, da ein großer Teil der Ernte in andere Absatzkanäle geflossen ist. Bei Sauerkirschen belastet bereits die zweite schwache Ernte in Folge die Versorgung der Verarbeiter. Auch bei Wildheidelbeeren und Wildpreiselbeeren bleibt die Verfügbarkeit begrenzt. Darüber hinaus haben die hohen Temperaturen in wichtigen osteuropäischen Anbaugebieten die Ernten von Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren erheblich beeinträchtigt. Die Folge sind deutliche Preissteigerungen und ein verschärfter Wettbewerb um verfügbare Rohwaren.

„Die europäischen Ernteausfälle treffen die deutsche Obstverarbeitung in einer ohnehin angespannten Marktsituation. Viele Unternehmen müssen deutlich höhere Rohstoffkosten tragen und gleichzeitig mit einer eingeschränkten Verfügbarkeit wichtiger Früchte umgehen“, erklärt BOGK-Geschäftsführer Christoph Freitag.

Besonders betroffen sind Verarbeiter von Konfitüren, Fruchtaufstrichen und weiteren Obstprodukten, die auf eine kontinuierliche Versorgung mit qualitativ geeigneter Rohware angewiesen sind. Die aktuelle Entwicklung zeigt erneut, wie stark die Lieferketten der Obstverarbeitung von den Folgen zunehmender Wetterextreme beeinflusst werden.

Der BOGK fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel, die Sicherung der landwirtschaftlichen Produktion und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Lebensmittelverarbeitung unterstützen. Nur so kann die langfristige Versorgung mit heimischen und europäischen Rohstoffen gewährleistet werden.

Foto: Unsplash 

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