2009-01-14 16:16:00

BOGK fordert Beachtung des optimalen Längen-Dicken-Verhältnisses bei Einlegegurken

Ein ungenügendes Längen-Dicken-Verhältnis von Einlegegurken führt zu erhöhten Kosten in der Verarbeitung und geht zu Lasten der Qualität der Erzeugnisse. Der BOGK schlägt daher konkrete Maßnahmen zur Verbesserung dieses Qualitätsaspekts vor. Angesprochen sind hierbei Saatgutzüchter, Landwirte, Händler und die Konservenindustrie selbst.

Die Einhaltung der Leitsätze für Gurkenerzeugnisse und damit die marktgerechte Produktion erfordern die Anlieferung von Rohwaren mit genau definierten Eigenschaften. Hierzu zählt insbesondere das Verhältnis von Länge zu Dicke einer Einlegegurke. Es gibt ein optimales Längen-Dicken-Verhältnis mit einer relativ geringen Variationsbreite. Üblich sind Werte von Länge zu Dicke zwischen 2,8 und 3,2. Bei unpassendem Längen-Dicken-Verhältnis wird das Füllen der Gurkengläser deutlich verlangsamt und erschwert. Es kommt zu verstärktem Gurkenbruch in den Gläsern. Letztlich sind die Produktionskosten und das Wertverhältnis in der fertigen Packung nicht mehr stimmig.

Basierend auf den Erfahrungen eines sich in den Ernten der letzten Jahre stetig verschlechternden Verhältnisses von Länge zu Dicke der angelieferten Rohware muss zukünftig stärker auf die Einhaltung dieses wichtigen Qualitätsmerkmals geachtet werden. Insbesondere aufgrund der großen Abweichungen in der Ernte 2008 appelliert der BOGK an alle Beteiligten – Saatgutzüchter, Landwirte, Händler und die Industrie – die Sorge um die Einhaltung der optimalen Variationsbreite des Längen-Dicken-Verhältnisses wieder in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen.

In erster Linie muss das Längen-Dicken-Verhältnis sowohl im Rahmen des Vertragsanbaus als auch in den Einkaufverträgen zwischen Industrie und Handel bzw. Erzeugerorganisationen verankert sein. Wo dies noch nicht praktiziert wird, sind Vertragsänderungen unumgänglich. Beispielsweise sind Vorgaben von Stück per Kilogramm und die Angabe des gemessenen Längen-Dicken-Verhältnisses notwendig.

Die Einhaltung der vereinbarten Toleranzen muss sodann stärker kontrolliert werden. Dazu empfiehlt der BOGK neben der Stichprobenkontrolle den Einbau von mechanischen Längensortierern in den Sortieranlagen. Bei festgestellten Abweichungen von den vertraglichen Vereinbarungen besteht keine andere Möglichkeit auf Seiten der Industrie als in den Abrechnungen einen Ausgleich in Ansatz zu bringen.

Voraussetzung für den vertragskonformen Anbau ist zuvor, dass die von der Industrie empfohlenen bzw. vorgeschriebenen Saatgutsorten im Anbau auf Seiten der Landwirtschaft auch eingesetzt werden und zur Aussaat kommen. Ferner ist auf die Beeinflussung der Wüchsigkeit der Einlegegurken im Rahmen der guten fachlichen Praxis zu achten.

An erster Stelle in der Kette müssen sich die Saatgutzüchter schließlich der Herausforderung stellen, den Aspekt des Längen-Dicken-Verhältnisses in ihren Züchtungen als ein Ziel oberster Kategorie zu berücksichtigen. Idealerweise sollten sie eine akzeptable Variationsbreite des Längen-Dicken-Verhältnisses garantieren.

Zu diesen Vorschlägen gibt es im Sinne der von allen Beteiligten gewünschten Herstellung qualitativ hochwertiger Produkte keine Alternativen. Denn Abweichungen vom geeigneten Längen-Dicken-Verhältnis der Einlegegurken gehen zulasten von Kosten und Qualität und setzten damit letztendlich die Preiswürdigkeit der Produkte und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und der gesamten Produktionskette herab.