2009-04-21 16:10:00

Stellungnahme zu 3-MCPD Fettsäureester in Lebensmitteln

International abgestimmte Forschung notwendig

Die kartoffelverarbeitende Industrie im Bundesverband (BOGK) nimmt die neueren Erkenntnisse zum Auftreten von 3-MCPD-Fettsäureestern in fetthaltigen Lebensmitteln sehr ernst. Der BOGK unterstützt die Forderung nach einer intensiven, international abgestimmten Forschung zur schnellen und vollständigen Aufklärung der Hintergründe des Auftretens dieser Substanzen sowie zu ihrer gesundheitlichen Bewertung.

Ende 2007 veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchungen haben darauf hingedeutet, dass in Lebensmitteln, die raffinierte oder stark erhitzte Fette enthalten, relativ hohe Mengen an Fettsäureestern von 3-Monochlorpropandiol (3-MCPD- Fettsäureester) nachweisbar sein können.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nach einer ersten vorläufigen Bewertung bestätigt, dass eine akute Gefahr für die Gesundheit von Verbrauchern nicht besteht. Es besteht für Verbraucher nach Aussage des BfR kein Anlass, die Ernährungsgewohnheiten aufgrund des Nachweises von 3-MCPD-Fettsäureestern umzustellen.

Gleichwohl haben die Erkenntnisse die gesamte Lebensmittelwirtschaft mit Sorge erfüllt und eine intensive wissenschaftliche Diskussion ausgelöst. Insbesondere die folgenden Fragen bedürfen nach Auffassung des BOGK e. V. dringend einer weitergehenden, international abgestimmten wissenschaftlichen Aufklärung:

  • Wie lassen sich 3-MCPD-Fettsäureester in Lebensmitteln sicher analytisch erfassen? Die bisher verfügbaren analytischen Verfahren haben offenbar nicht zu zuverlässigen Ergebnissen geführt.
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  • Was sind die Ursachen für das Auftreten von 3-MCPD-Fettsäureestern in Lebensmitteln und wie lässt sich die Entstehung von 3-MCPD-Fettsäureestern technologisch beherrschen?
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  • Wie ist die Auswirkung von 3-MCPD-Fettsäureestern in Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit zu beurteilen?

In Deutschland haben sich Bund, Länder und die Lebensmittelwirtschaft darauf verständigt, gemeinsame Forschungsprogramme zu den Fragen um 3-MCPD- Fettsäureester aufzulegen. Der BOGK und seine Mitglieder unterstützt die Forderung nach einer möglichst schnellen Umsetzung dieser Programme. Alle beteiligten Kreise sind sich allerdings in der Einschätzung einig, dass aufgrund der komplexen Fragestellungen kurzfristige wissenschaftliche Ergebnisse und daraus abgeleitete Lösungen nicht zu erwarten sind.

Die kartoffelverarbeitende Industrie wird auch weiterhin in Zusammenarbeit mit dem europäischen Verband der Kartoffelverarbeiter (UEITP) in Brüssel alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihren Beitrag zur Aufklärung der offenen wissenschaftlichen Fragen zu 3-MCPD-Fettsäureestern zu liefern.