18.05.2015

Spreewaldgurke bald im Regal neben Kaviar und Trüffel?

Die FAZ zitiert in ihrem Wirtschaftsteil am Samstag, den 16. Mai 2015, den BOGK-Vorsitzenden Konrad Linkenheil:

„Der gesetzliche Mindestlohn hat das Ende des Gurkenanbaus in Deutschland eingeläutet“

Dies hatte Linkenheil in einem Pressegespräch in Berlin am vergangenen Dienstag geäußert. Der BOGK hatte die deutsche Tagespresse eingeladen, um auf die desaströsen Auswirkungen des Mindestlohns auf „Nahles’ vergessene Branche“ hinzuweisen. Denn der Mindestlohn löst eben nicht nur eine lästige Stundenzettelbürokratie aus, sondern droht eine ganze Branche zu vernichten, weil die Kosten der Rohware um bis zu 60 % steigen, der Verbraucher aber nicht bereit ist mehr auszugeben. Die Situation wird außerdem durch hohe Energiekosten verschärft.

Zudem können sich offenbar selbst geografisch geschützte Spezialitäten wie die Spreewaldgurke nicht dem Einfluss einer allgemein sinkenden Begeisterung für Konserven entziehen, so die FAZ. Tatsächlich gehen nach Einschätzung des BOGK schon in diesem Jahr die Anbau- und Verarbeitungsmenge von Einlegegurken in Deutschland um 20 Prozent zurück. Bleibt es bei diesem Trend, so hat die Gurke am Ende nur noch eine Zukunft im Feinkostregal. Aber da ginge es dann um Mengen, „für die reichen hier 20 Mitarbeiter aus“, so Linkenheil.