04.07.2016

Pflanzenschutzmittelrecht: BOGK fordert Aufbrauchfristen für bereits hergestellte Lebensmittel bei Absenkung von Rückstandshöchstgehalten für Chlorpyrifos

Der BOGK setzt sich mit anderen Verbänden, insbesondere dem Dachverband Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) intensiv dafür ein, dass bei Absenkung von Rückstandshöchstgehalten für Pflanzenschutzmitteln auch die Abverkauf- bzw. Aufbrauchfristen für bereits hergestellte Lebensmittel berücksichtigt werden.

Dies u. a. momentan am Beispiel von Chlorpyrifos.

Leider wird immer wieder bei der Festlegung der neuen Rückstandshöchstgehalte (RHG) durch die Behörden und insbesondere die EU-Kommission übersehen, dass weder auf die Produktionszyklen in der Landwirtschaft und in der Verarbeitung von Lebensmitteln Rücksicht genommen wird, noch wird der Umstand bedacht, dass sich Pflanzenschutzmittelwirkstoffe abbauen und viele verarbeitete Lebensmittel folglich Rückstandsgehalte aufweisen, die deutlich unterhalb der „alten“ RHG liegen.

Damit korrespondierend müssen Übergangsregelungen für die verarbeiteten Zutaten und Endprodukte gefordert werden, die die toxikologischen Referenzwerte nicht überschreiten und somit als sicher anzusehen sind. Andernfalls müsste Ware, die rechtskonform hergestellt worden ist, vernichtet werden, was nicht nur unverhältnismäßig ist, sondern auch den politischen Ansatz der Bundesregierung widerspricht, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.