11.08.2020

Einlegegurken: Knappheit droht, Preise könnten steigen

Die Versorgung mit Einlegegurken könnte dieses Jahr knapp werden. Darauf weist der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie in Bonn hin. Eine Ursache ist die Corona-Pandemie.

Weil im April und Mai nicht genügend Saisonarbeiter zur Verfügung standen, haben die Bauern wesentlich weniger angepflanzt als voriges Jahr. Auch zur Ernte, die Mitte Juni begonnen hat, sind zu wenig Arbeitskräfte auf den Feldern. Bei Einlegegurken wird die Ernte daher mindestens 20 % geringer ausfallen.

Aktuell verschärft die Befürchtung einer „2. Welle“ der Corona-Pandemie diese Situation. Aus Angst vor Ansteckung kündigen die ersten Saisonarbeitskräfte ihre Stellen und kehren in ihre Heimatländer zurück. Dabei schwingt die Sorge vor angeordneten Betriebsschließungen mit. Anfang des Monats hat es einen solchen Fall bei einem nicht dem Verband angehörigen Betrieb in Bayern gegeben. Obwohl die Mitgliedsunternehmen des BOGK vorbildliche Hygienekonzepte umsetzen: „Im Falle eines Falles möchte keiner der Saisonarbeitskräfte unserer Branche hier ‚eingesperrt‘ sein“, sagt BOGK-Geschäftsführer Christoph Freitag.

Wo weniger geerntet wird, kann weniger verarbeitet werden. Entsprechend knapp werden die Produkte der Verbandsmitglieder: Essiggurken, Gurkentöpfchen und Gurken-Sticks oder Scheiben. Und das Verhältnis von Kostensteigerungen durch die Vorsorge in der Corona-Pandemie und dem sich daraus verminderten Angebot einerseits und der bestehenden Nachfrage nach heimischem Gemüse andererseits wird am Ende auf den Preis durchschlagen.