25.04.2017

BM Schmidt verleiht Bundesehrenpreise – Fishbowl-Diskussion: "Wer setzt die Standards?"

 

Fishbowl-Diskussion

Erster Höhepunkt war die Fishbowl-Diskussionsrunde im Quadriga-Forum. Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer von BVE und BLL leitete mit einer Keynote zur „Interessenvertretung im Zeitalter des Postfaktischen“ ein. Sein Credo: Erfolgreich ist Lobbying wenn es authentisch ist; und authentisch ist, was Emotionen auslöst. Die anschließende Diskussion unter Moderation von Hans-Jürgen Moritz (FOCUS) verlief dann auch emotional, kam aber doch zu dem Konsens, dass Industrie und Verbraucher auch sachlich mehr miteinander reden sollten.

Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, inwieweit der Staat sich in die Standardsetzung einmischen solle. Sophie Herr vom Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßte die Verlässlichkeit staatlicher Grenzwertsetzungen, etwa bei Qualitätsstandards. Die kontinuierliche Verbesserung von Standards sah sie aber vor allem durch den Wettbewerb privater Standardgeber gegeben. Demgegenüber forderte Ulrich Florin im Namen der Branche Hilfe von der Politik gegen die einseitige Verschärfung von Regeln durch den Handel. Gitta Connemann MdB (CDU) sah hier zwar keinen Ansatz für staatliche Eingriffe, betonte aber auch: „Wer einen Standard erhöht, sollte dies bezahlen.“

DLG-Bundesehrenpreise

Ein absolutes Novum war das zweite Veranstaltungshighlight – die erstmalige Verleihung der Bundesehrenpreise für von der DLG prämierte Erzeugnisse aus Obst, Gemüse/Pilzen und Kartoffeln. Bundesminister Christian Schmidt hatte sich im Vorfeld persönlich für die Preisverleihung eingesetzt und ließ es sich nicht nehmen, die Verleihung dann auch selbst vorzunehmen.

In der Berliner Austernbank wurden die Unternehmen Zentis (Obst), Agrarfrost (Kartoffeln) und Niklas (Pilze) für ihre herausragenden Produkte ausgezeichnet.

Konrad Linkenheil, seit 2004 Vorsitzender des BOGK, zeigte sich hocherfreut über den Verlauf des Branchentreffs, der im kommenden Jahr in Brüssel stattfindet, wo der Verband seit nunmehr neun Jahren ein eigenes Büro unterhält.