06.01.2018

Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. veröffentlicht BLL-Toolbox zur Vermeidung unerwünschter Mineralöleinträge in Lebensmittel

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) hat im Laufe 2017 eine sogenannte „Toolbox zur Vermeidung von Einträgen unerwünschter Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmittel“ erarbeitet und mit Stand Dezember 2017 veröffentlicht.

Hintergrund ist die Situation, dass nahezu alle Bereiche der Lebensmittelwirtschaft, einschließlich der Laboratorien und Zulieferbereiche, mit dem Vorkommen von Mineralölkohlenwasserstoffen befasst sind, wobei sich das Kürzel „MOSH/MOAH“ als (Ober-)Begriff für die Gesamtheit der vom Mineralöl herrührenden Stoffe einschließlich der chemisch analogen Substanzen aus nicht mineralölbasierten Quellen etabliert hat. Zwischenzeitlich ist die Komplexität der Problematik deutlich geworden; die erforderliche Betrachtung geht über die Eintragsquelle „Recyclingfaser“ hinaus und bezieht weitere Eintragspfade entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Lebensmittel und Lebensmittelverpackungen mit ein.

Das Konzept einer „Toolbox“ hat sich generell bewährt, um zusammenfassende Hintergrundinformationen und praktische Entscheidungshilfen anzubieten. Die neue vom BLL vorgelegte „Toolbox zur Vermeidung von Einträgen unerwünschter Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmittel“ bietet tabellarische Zusammenstellungen der derzeit bekannten potenziellen und unvermeidbaren Eintragspfade von Mineralölkohlenwasserstoffen durch Migration, Kontamination und den Einsatz von Lebensmittelzusatz- und Hilfsstoffen in Verbindung mit der Zusammenfassung des derzeitigen Regulierungs- und Beurteilungsstandes.

Intention des BLL ist, mithilfe dieses Instrumentariums stufenbezogene Analysen anzuregen und das Risiko von vermeidbaren Mineralöleinträgen möglichst zu beherrschen. Individuell können so (Lebensmittel-)Unternehmer in Wahrnehmung ihrer Sorgfaltspflicht angemessene und praktikable Beiträge zur Problembehandlung prüfen.

Die „BLL-Toolbox“ ist explizit branchenöffentlich und zugänglich für alle interessierten Kreise. Der BLL strebt an, mit dieser Dokumentation einen Beitrag zur Versachlichung der Problembehandlung und zur Stärkung des Diskurses innerhalb der Lieferketten, mit Politik und Behörden sowie der Öffentlichkeit zu leisten. Die „BLL-Toolbox“ ist insoweit auch als dynamisches Dokument zu verstehen, das mit wachsenden Erkenntnissen weiterzuentwickeln ist.