28.11.2016

BOGK macht sich für Beibehaltung der europäischen Konfitüren-Richtlinie stark

Um den europäischen Verbrauchern eine größtmögliche Vielfalt an fruchthaltigen Brotaufstrichen anbieten zu können, setzt sich der BOGK dafür ein, die geltenden Gesetze beizubehalten. Deshalb spricht er sich einerseits für den Fortbestand der europäischen Regelung – der Konfitüren-Richtlinie – aus. Andererseits plädiert er auch für die Erhaltung der Möglichkeiten für nationale Sonderwege aus den nationalen Konfitürenverordnungen sowie dem gesetzlich nicht geregelten Markt für Fruchtaufstriche.

EU-weite Rahmenbedingungen

Die europäische Konfitüren-Richtlinie hat für die gesamte europäische Konfitürenindustrie eine außerordentlich große Bedeutung.

Seit 37 Jahren legt sie die wichtigsten Parameter für qualitativ hochwertige Konfitüren und ähnliche Erzeugnisse fest. Sie regelt die zugelassenen Rohstoffe, die Herstellungsverfahren sowie die Auswahl, Mindestmengen und die Bearbeitung der Früchte.

Ohne den Weiterbestand dieser Vorgaben wäre ein schleichender Qualitätsverlust der Erzeugnisse zu befürchten. Dies wäre jedoch weder im Sinne der europäischen Hersteller noch der europäischen Verbraucher.

Der BOGK ist der Auffassung: Die Begriffsbestimmungen für Erzeugnisse der Konfitüren-Richtlinie sollten weiter aufrecht erhalten werden, da sie den Verbrauchern in Europa seit nunmehr fast vier Jahrzehnten geläufig sind und sie mit den Begrifflichkeiten nicht zuletzt auch eine hochwertige und verlässliche Produktqualität verbinden.

Nationale Eigenheiten weiterhin ermöglichen

Ebenfalls von sehr großer Bedeutung sind die Vorgaben der einzelnen nationalen Konfitürenverordnungen – die die EU-Richtlinie umsetzen aber auch erweitern können.

So haben alle nationalen Konfitürenverordnungen die dargelegten wichtigen Parameter für qualitativ hochwertige Konfitüren und ähnliche Erzeugnisse übernommen, legen allerdings mitunter niedrige Werte für den zugesetzten bzw. im Produkt enthaltenen Zucker fest. Dies hat in erster Linie geschmackliche Gründe. Durch die unterschiedlichen Vorgaben bei Zucker in den einzelnen nationalen Verordnungen wird den Wünschen und Bedürfnissen der jeweiligen Verbraucher Rechnung getragen.

Die europäische Konfitüren-Richtlinie sieht dies ausdrücklich vor. In Erwägungsgrund 6 ist dies wie folgt treffend festgelegt:

„Um die verschiedenen Traditionen der einzelnen Mitgliedsstaaten bei der Herstellung von Konfitüren, Gelees und Marmeladen sowie Maronenkrem zu berücksichtigen, müssen die einzelnen staatlichen Bestimmungen über die Zulassung dieser Erzeugnisse mit einem verminderten Zuckergehalt beibehalten werden.“

Fruchtaufstriche: gesetzlich nicht geregelt – dennoch allerhöchste Qualität

Neben den Erzeugnissen, die gemäß der europäischen Konfitüren-Richtlinie bzw. den nationalen Konfitürenverordnungen hergestellt werden, hat sich parallel hierzu ein weiterer Markt für nicht geregelte Produkte entwickelt: Der Markt der sogenannten Fruchtaufstriche.

Für diese Erzeugnisse existieren keine speziellen Vorgaben in Bezug auf Rohstoffe, Herstellungsverfahren oder zu den eingesetzten Früchten. Dies bedeutet, dass die Hersteller in Europa jederzeit innovativ auf Verbrauchererwartungen und Wünsche eingehen können.

Das Nebeneinander dieser drei Produktbereiche – von der Zentralisierung über die nationalen Besonderheiten bis zur völligen Freiheit – hat sich bewährt. Von daher gibt es auch keinen Reformbedarf im europäischen oder nationalen Recht der Fruchtaufstriche.