06.04.2016

5. GEFA-Diplomatensalon im Zeichen des internationalen Agrarhandels

Der 5. GEFA-Diplomatensalon am Abend des 5. April 2016 in Berlin stand ganz im Zeichen des internationalen Agrarhandels. Rund 50 Botschafter und Agrarattachés aus allen Ländern der Welt waren der Einladung der German Export Association for Food and Agriproducts gefolgt, um mit Nahrungsmittelherstellern und Verbänden zu diskutieren.

GF C. Freitag nutzte den Abend um mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Peter Bleser über die drohenden Anti-Dumping-Zölle auf Exporte von Pommes frites nach Brasilien zu sprechen. PSt Bleser sagte dem BOGK erneut seine Unterstützung zu. In Gesprächen mit ihren Exzellenzen den Botschafterinnen von Ghana, Myanmar und China erörterte er kurz die Möglichkeiten des Apfelexports in diese Länder.

Keynote zu Welternährung und Agrarhandel

In einer Keynote sprach Prof. Dr. Harald von Witzke, Humbolt Universität, Berlin, über die Trendwende an den internationalen Agrarmärkten und deren Auswirkungen auf die Ernährung der Welt.

Aktuelle Prognosen gehen demnach davon aus, dass im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Um diese Zahl von Menschen zu ernähren, muss die Nahrungsmittelproduktion um 70 % gesteigert werden. Die landwirtschaftliche Nutzfläche aber ist bestenfalls konstant; in vielen Regionen der Erde verringert sie sich aufgrund von Erosion und Klimawandel.

Welternährung nur mit moderner Landwirtschaft möglich

Die notwendigen Effektivitätssteigerungen in der Landwirtschaft sind nur mit neuen, intensiveren und intelligenteren Methoden der Landwirtschaft erreichbar. Deshalb ist eine massive Steigerung der Forschung und Entwicklung im Bereich der Pflanzen- und Tierzucht, beim Anbau und bei der Verarbeitung und Lagerung notwendig.

Europa kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Denn die ärmsten Länder der Welt sind in der Regel Nettoexporteure von Lebensmitteln. Die EU hingegen weist deutliche Importüberschüsse aus. So importierte die EU im Jahr 2015 Nahrungsmittel im Wert von 176 Mrd. Euro, während der Exportwert nur 98 Mrd. Euro betrug. Das Problem des weltweiten Hungers kann mithin nicht durch Einschränkungen der Exporte der EU gelöst werden. Vielmehr muss die EU mittelfristig zu einem Nettoexporteur von Lebensmitteln werden.