Die allgemeine Konjunkturlage hat sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2009 besser dargestellt als ein halbes Jahr zuvor erwartet. Allerdings gab die Entwicklung des Marktanteils von Eigenmarken des Handels Anlass zur Sorge. Deren Anteil ist im Bereich der Produkte der Branche – im Vergleich zur gesamten Ernährungsindustrie – mit einem Anteil von größtenteils deutlich über außergewöhnlich hoch. Dementsprechend ist es schwierig, umsatz- und markenstarke Produkte als Herstellermarken neu im Markt zu etablieren. Es ist zu befürchten, dass sich der Trend in den anderen europäischen Ländern – so wie im vereinigten Königreich bereits vor einigen Jahren begonnen – festigt, denn Eigenmarken sind auch im Kundenbewusstsein sehr präsent.
Die Produktion von Feinsaurem Gemüse verlief im Jahr 2009 erneut uneinheitlich. In der größten Produktgruppe, Gurken, war ein erfreuliches Mengenwachstum von zu verzeichnen; dieses wurde noch übertroffen von den Produktionssteigerungen bei Gemüsepaprika () und Roten Beeten (). Die Rotkohlproduktion blieb praktisch konstant. Etwas weniger produziert wurde in der Rubrik Anderes Feinsaures Gemüse. Insgesamt stieg die Produktion von Feinsaurem Gemüse um rund auf knapp 530.000 t. Dabei stieg der Wert der erzeugten Produkte insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um gut .
Grundlage für die Mehrproduktion in fast allen Bereichen war, dass Die Ernte 2009 ausgesprochen gut verlief, weil das Wetter günstig, ausreichend Arbeitskräfte verfügbar und kaum Flächenkonkurrenz durch Energiepflanzen zu verzeichnen waren. Die Zukunft des Gurkenanbaus wäre aber dann skeptisch zu sehen, wenn die Landwirte mit Getreide und Energiepflanzen mit sehr viel weniger Aufwand einen auskömmlichen Ertrag einfahren könnten. Ernteregionen im Ausland kommen auch nicht als Ersatz in Betracht: Das Angebot aus den Hauptlieferländern Ungarn und Tschechische Republik war im Jahr 2009 nur für kurze Zeit (Ungarn) bzw. nur im Rahmen des Vertragsanbaus (Tschechien) überhaupt von Bedeutung.
Für die Hersteller von Feinsaurem Gemüse stellte sich die ökonomische Lage während des Einsetzens der gegenwärtigen Finanzkrise als schwierig dar. Vor allem ist auf die gestiegenen Finanzierungskosten hinzuweisen, die gerade für die Konservenindustrie eine besondere Relevanz haben, da ein großer Fertigwarenbestand finanziert werden muss. Die zu erwartende Käuferzurückhaltung im Verlauf der Krise wird nach Ansicht der Branche vor allem zu einem noch weiteren Ansteigen des Marktanteils von Eigenmarken bzw. des Discountbereichs führen. Eine besondere Herausforderung ist in diesem Zusammenhang, dass die Selbstdarstellung des Eigenmarkensegments des Handels immer attraktiver erscheint.
Die Produktion von Feinsaurem Gemüse verlief im Jahr 2008 uneinheitlich. In der größten Produktgruppe, Gurken, blieb die Produktion praktisch konstant, ebenso bei Rotkohl und Sauerkraut. Rote Beete konnten um zulegen, Gemüsepaprika wurde um weniger eingelegt. Insgesamt wuchs die Produktion von Feinsaurem Gemüse um auf 498.000 t, wertmäßig stieg sie um auf 533 Mio. Euro. Die Preise für Feinsaures Gemüse stiegen wie in den Vorjahren im allgemeinen moderat, lediglich bei Gurken und anderem Gemüse in Essig verzeichnet die Branche seit 2007 höhere Preissteigerungen – bei Gurken im Jahr 2008 nach Angaben von DeStatis rund .
Die Rohwarenversorgung war im Jahr 2008 insgesamt befriedigend. Hauptproblem bei Gurken war – trotz insgesamt ausreichender Mengen – ein zu großer Anteil der grobfallenden Ware und dementsprechend eine zu geringe Versorgung mit Cornichons.
2007 haben die privaten Haushalte in Deutschland 4,3 % weniger feinsaures Gemüse eingekauft als noch 2006. Bereits in den beiden vorherigen Jahren waren die Einkaufsmengen um 0,5 % (2005) und 2,1 % (2006) zurückgegangen. Während sich die Nachfrage nach Rotkohlkonserven und Essigkonserven 2007 mit einem Plus von jeweils 1,1 % sogar positiv entwickelt hat, sind die Einkaufsmengen für Gurkenkonserven (-6,9 %) und Sauerkrautkonserven (-6,4 %) deutlich zurückgegangen.