Die Gemüseproduktion hat in Deutschland im Jahr 2009 mit 3,57 Mio. t einen neuen Rekordwert erreicht. Dafür waren vor allem die hohen Erträge verantwortlich, denn die Fläche ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sogar geringfügig () auf insgesamt 115.229 ha gesunken. Die Gemüseanbauflächen unter Glas wurden von DeStatis mit 1.476 ha angegeben.
Die Privathaushalte kauften nach einer Analyse der AMI auf Grundlage der GfK mit Jahr 2009 mit 63,2 kg in etwa dieselbe Menge Frischgemüse ein wie im Jahr 2008. Die Nachfrage nach Gemüsekonserven war nach Berechnungen der GfK für den BOGK stärker rückläufig. Die Verbraucher kauften nur noch knapp acht mal im Jahr Gemüsekonserven (vorher gut acht mal), kauften insgesamt weniger Menge ein und gaben weniger dafür aus – und dies obgleich der Anteil der Discounter an der Verkaufsmenge in Deutschland nicht stieg. Auch die Nachfrage nach TK-Gemüse war – im Gegensatz zum TK-Obst – um rückläufig. TK-Pilze erlitten starke Käuferverluste () und einen noch leicht stärkeren Umsatzrückgang (). Lediglich Pilzkonserven konnten sich wertmäßig durch höhere Preise behaupten.
Die Produktion spiegelt diese Nachfrageeinbrüche wider: Die Gesamtproduktion sank um auf einen Wert von 1.046 Mio. Euro bzw. um auf 555.000 t. Der stärkste Rückgang war bei Gemüsekonserven zu verzeichnen, die mengenmäßig um und wertmäßig um nachgaben. Sinkende Produktionsmengen (um ) konnten bei den Herstellern von TK-Gemüse aber durch bessere Preise kompensiert werden, so dass der Wert der erzeugten Produkte sogar leicht um stieg. Die Produktionswerte bei Pilzen und Trockengemüse blieben nur ganz leicht unter denen des Vorjahres.
Zu bemerken bleibt, dass diese Daten in diesem Jahr nur mit Vorsicht interpretiert werden können, das die offizielle Statistik zu Beginn des Jahres 2009 umgestellt wurde, und daher einige Anpassungen und Schätzungen vorgenommen werden musste. Dies erklärt auch, warum die im obigen Diagramm angegebenen Werte durchweg unter den im Jahresbericht 2008/2009 angegebenen liegen.
Die Gemüseanbaufläche in Deutschland war 2008 so groß wie noch nie zuvor. Die Kulturfläche im Freiland stieg gegenüber 2007 um knapp auf 116.100 ha. Die verwendbare Erzeugung lag mit 3,2 Mio. t um knapp über dem Vorjahresergebnis. Dabei ist zu berücksichtigen, dass regional eng begrenzte Witterungsextreme die Produktionsmengen auch negativ beeinflusst haben. Salate waren davon vor allem im Süden Deutschlands betroffen, während Möhren und Kopfkohl zuletzt in den nördlichen Anbaugebieten unter ungünstigen Witterungsbedingungen zu leiden hatten.
Nach hohen Einstiegspreisen folgte in der Gemüsesaison 2008 ein regelrechter Preissturz. Für Blattsalate war die Hochpreisphase bereits Anfang Juli beendet, andere Gemüsearten folgten. Importdruck besonders aus den Niederlanden und eine ruhige Nachfrage werden als Gründe für diese Marktentwicklung gesehen. Das gilt auch für Gemüse aus Gewächshäusern wie Gurken und Tomaten. Aufgrund des späten Frühjahrs waren die Preise bis Ende Juni höher, von Juli bis einschließlich September aber niedriger als im Vorjahr. Insgesamt wurde das Vorjahresniveau nicht ganz erreicht.1
Die Anbaufläche von Gemüse im Freiland ist 2007 mit 112.700 ha nahezu konstant geblieben. Nach einem Jahr mit überwiegend hohen Erzeugerpreisen für Gemüse mag diese Tatsache überraschen. Aber auch alle anderen pflanzlichen Erzeugnisse erzielten im Wirtschaftsjahr 2006/07 hohe Preise. Die relative Vorzüglichkeit des Gemüseanbaus ist also nicht gestiegen. Wenn mit den großen Kulturen des Ackerbaus wieder Geld zu verdienen ist, nimmt man die zusätzlichen Risiken des Frischgemüseanbaus sicherlich nicht mehr so schnell in Kauf.