Das Jahr 2009 war gekennzeichnet von einem historisch niedrigen Preisniveau bei Obst. Auch wenn ein Vergleich zwischen Obstsorten und Regionen nicht hilfreich ist, da die individuellen Anforderungen der jeweiligen Produktionen sich hinreichend voneinander unterscheiden, kann doch festgehalten werden, dass die immer stärker zunehmende Volatilität der Rohwarenpreise für die Unternehmen ein Kalkulationsproblem darstellt. Es wird praktisch unmöglich, sich mittels einer Prognose auf zukünftige Trends einzustellen – diese Trends gibt es nicht mehr. Bestes Beispiel war die Entwicklung des frühen Erntejahres 2010:
dann Rohwarenknappheit
So zeichnet sich im Jahr 2010 durch die kühle und regenreichen Witterung der ersten Monate sowie starke Flächenreduzierungen die kleinste Sauerkirschernte der letzten Jahre in Osteuropa und Deutschland ab. Die Gesamtproduktion wird um knapp geringer ausfallen als 2009. Hinzu kommt, dass aufgrund der extremen Warmwetterlage im Anschluss mit Qualitätseinbußen zu rechnen ist. Bei Erdbeeren sieht die Situation aufgrund der starken Niederschläge und der Überschwemmungen im Hauptanbauland Polen nicht viel besser aus. Die Mengenreduzierung beläuft sich auf ca. im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Chinesen, deren Ernte auch aufgrund der Wetterverhältnisse und Flächenreduzierungen schlecht ausgefallen ist, als Käufer von polnischen Erdbeeren auf dem Markt waren, um ihre Verträge mit russischen Kunden zu erfüllen. Und das gleiche Bild ergibt sich schließlich bei der heimischen Apfelernte und bei Himbeeren. Nur bei Heidelbeeren ist zunächst von einer normalen Ernte in Osteuropa auszugehen.
Die Anbaufläche von Baumobst und Erdbeeren in Deutschland verlor in 2007 etwas an Boden. Das Statistische Bundesamt weist für diese eine Fläche von 60.800 ha aus, was einen Rückgang um 5 % gegenüber 2006 bedeutet.
Bei Obst stellt fast jedes Produkt einen eigenen Markt dar. Bei witterungsbedingt unterschiedlichen Mengenentwicklungen fiel die deutsche Obsternte in 2008 bei fast allen Obstarten niedriger als im Vorjahr aus. Insgesamt wurden in Deutschland im zurückliegenden Jahr rund 1,33 Mio. t Obst produziert. Damit wurde eine um kleinere Ernte eingefahren. Die deutsche Apfelernte lag bei geschätzten 945.000 t (), die Birnenernte bei 37.000 t (), die Erdbeerernte bei 141.000 t (), die Kirschernte bei 40.000 t () und die Pflaumen-/Zwetschenernte bei nur 36.000 t (). In der EU sah die Entwicklung der Erntemengen zum Teil anders aus. So stieg zum Beispiel die erwerbsmäßig geerntete Menge an Äpfeln in der EU von 8,8 Mio. t in 2007 auf 9,9 Mio. t in 2008. Bei Birnen ging die EU-Erntemenge allerdings um 0,4 auf 2,2 Mio. t zurück.1
Die Preisentwicklung bei den einzelnen Obstarten sah unterschiedlich aus. Nicht bei allen Obstarten wurden niedrigere Erntemengen durch höhere Preise ausgeglichen. Bei Äpfeln zum Beispiel waren die Lager trotz niedrigerer Ernte gut gefüllt.
Die obstverarbeitende Industrie konnte sich im Jahr 2007 weiter aus dem konjunkturellen Tal der Vorjahre befreien. Erfreulich entwickelte sich vor allem der Umsatz mit Obstkonserven, der nun wieder über dem Wert des Jahres 2003 liegt. Ein lang anhaltender Aufwärtstrend wenn auch von sehr niedrigem Niveau aus hat sich bei der Herstellung von tiefgekühlten Obstverarbeitungserzeugnissen fortgesetzt. In den übrigen Produktgruppen gab es zumindest keine Abwärtsbewegung des Umsatzes.